Arbeitszeit

Arbeitszeitverkürzung und -entlastung für Beamtinnen und Beamte …

Unerledigt! - Arbeitszeitverkürzung und -entlastung für Beamtinnen und Beamte des Bundes auf dem ministeriellen Tapet!

Einer Initiative ver.dis folgend und auf Einladung des Bundesinnenministeriums (BMI) fand am 04.09.14  ein Fachgespräch statt.
Der Bundesbeamtensekretär von verdi, Klaus Weber,  signalisierte die Bereitschaft seiner Gewerkschaf, eine ergebnisoffene und an Machbarkeit orientierte Diskussion zu verschiedenen Formen der Arbeitsentlastung führen zu wollen.

Allerdings betonte er die Präferenz von wochenarbeitszeitverkürzenden Maßnahmen und übergab dem Ministerium eine Petition von rund 2.500 Bundesbeamtinnen und -beamten zur Forderung nach Wochenarbeitszeitverkürzung.

Die Vertreter des BMI nahm diese Willenserklärung zur Kenntnis und sicherte zu, sie an geeignete Stellen in seinem Hause weiterleiten.

Seitens des Ministeriums sei man vorrangig an Modellen zur Reduzierung  von Arbeitsverdichtung und zur Arbeitszeitautonomie ohne Tendenz zur „Selbstausbeutung“ interessiert.

Dazu sei das heutige Gespräch und darüber hinaus - in einem kontinuierlichen Verständnis - die Diskussionen in der Arbeitsgruppe F („Handlungsfähigkeit des Staates erhalten“) im Rahmen der Demografiestrategie der Bundesregierung bestens geeignet.

Hier befassen sich die beteiligten Ministerien und Verbände auch mit Fragen der Arbeitszeitgestaltung und einer bedarfsgerechten Personalplanung im öffentlichen Dienst.

Ziel sei für das Ministerium, gemeinsam mit der Gewerkschaftsseite eruierte und befürwortete Vorschläge und „best practice“ – Modelle mit Finanzierungsbedarf an das Bundesfinanzministerium heranzutragen.

Die Anwesenden identifizierten Handlungsfelder gemeinsamen Agierens, wobei das BMI mobilen Arbeiten sein besonderes Interesse zumaß:

  • Arbeitszeitkonten (bis 1.400 Stunden), auch als Lebensarbeitszeit verstanden und ohne Entnahmebefristung
  • Flexibilisierung von Teilzeit (höchstens 10 Stunden pro Tag)
  • Mobiles Arbeiten ohne einseitige Fixierung auf Familienfreundlichkeit. Hierzu lägen in den Ministerien bereits Entwürfe von Dienstvereinbarungen vor, deren Umsetzung mit sinnvollen Controlling nichts entgegenstünde
  • Ausgleichstage für Führungskräfte ohne Anrechnung auf Lebensarbeitszeitkonten, um Überlastung in Gegenwart und naher Zukunft zu vermeiden.

Klaus Weber fragte gezielt nach Lösungsansätzen des Ministeriums bei Arbeitsüberlastung der Beamtinnen und Beamten.
Hierzu wurden seitens des BMI beispielhaft eine Durchmischung von Aufgaben, deren Rotation und die Effekte der zukünftigen „Anti-Stress VO“ aus dem Hause der Arbeits- und Sozialministerin genannt.

Über diese Gespräche mit dem BMI hinaus bleibt festzuhalten:
In der Tarif- und Besoldungsverhandlungen für den Bund 2016 wird verdi die Forderung nach Wochenarbeitszeitverkürzung auf die Forderungsliste setzen und braucht zu deren erfolgreicher Durchsetzung mehr Unterstützung durch die Beamtinnen und Beamten des Bundes als dies in der Vergangenheit der Fall war.