Beamtenpolitik

Zoll: Aufgabenvielfalt steigt

Zoll: Aufgabenvielfalt steigt

Klaus Weber, Bundesbeamtensekretär und Bereichsleiter Bund/Länder zu Besuch beim Zoll im Hamburger Hafen.

Hafenromantik und Seemannsgarn – dass gibt es auch für den Hamburger Zoll schon lange nicht mehr. Wie in der Seeschifffahrt, den Speditionen und der gesamten Logistikbranche ist der Arbeits- und Zeitdruck für die Beschäftigten enorm.

Besuch beim Zoll in Hamburg ver.di Besuch beim Zoll in Hamburg

Klaus Weber verschaffte sich in Gesprächen mit Zollbeamtinnen und –beamten aus verschiedenen Abteilungen des Hauptzollamts Hamburg-Hafen einen Eindruck von der Arbeitssituation. Die Themen waren vielfältig. Eingeplante Nachwuchskräfte gehen in den nächsten Jahren in die Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Sie sollen dort die Einhaltung der Mindestlöhne überwachen. So muss die Arbeit auf die z.Z. noch ca. 1000 Beschäftigten immer wieder neu verteilt werden, weil kein Ausgleich für Altersabgänge kommt.

Fehlende Aufstiegschancen machen es schwer, junge Leute zu motivieren. Der Praxisaufstieg ist ab 2016 nicht mehr vorgesehen. Der § 27 Bundeslaufbahnverordnung (BLV), nach dem „besonders leistungsstarke Beamtinnen und Beamte“ unter bestimmten Bedingungen bis zum zweiten Beförderungsamt der nächsten Laufbahn kommen können, wurde im Bund nur restriktiv angewandt. Das ist frustrierend!
ver.di setzt sich für eine Weiterentwicklung des Laufbahnrechtes ein, dass Aufstiegsmöglichkeiten auch unter Berücksichtigung kürzerer Qualifizierungszeiten und modularer Qualifizierungsangebote bietet. Außerdem müssten die einschränkenden Regelungen des § 27 verändert werden.

Arbeitszeit war ein weiteres Thema – in allen Facetten:

Widersprüchliche Pausenregelungen bei den Kontrolleinheiten wurden dem Besucher pointiert beschrieben.

Dienst bis 67 in der Zollkontrolle oder auf dem Zollboot? Wer hilft dem betagten Wasserzöllner im Winter über die vereiste Gangway? Hier müssen Sonderregeln her, damit Beschäftigte in speziellen Aufgabenfeldern abschlagsfrei früher in Pension gehen können!

Wochenarbeitszeit: Die Angleichung an den TVöD muss her! 41 Stunden sind zu viel. Das wurde Klaus Weber in allen Abteilungen erklärt. Er sagte zu, hier nicht locker zu lassen. Ohne die Unterstützung durch die Betroffenen wird aber nichts gehen.

Insgesamt zeigte sich Weber sehr beindruckt von den Aufgaben, die vom Zoll im Hamburger Hafen erledigt werden. Zum Abschied dankte er im Zollamt Waltershof den Anwesenden für ihren Einsatz zum Wohle der Gesellschaft. Auch hier werde deutlich, wie wichtig ein gut funktionierender öffentlicher Dienst ist.

Öffentlich ist wesentlich!