Beamtenpolitik

BeamtenanwärterInnen – Was sich in der Ausbildung ändern muss

BeamtenanwärterInnen – Was sich in der Ausbildung ändern muss

Wer den Laden am Laufen hält
Ob in der Bundesverwaltung, einer Landes- oder Kommunalverwaltung, ob im einfachen, mittleren, gehobenen oder höheren Dienst – egal, in welcher Sparte oder Berufsgruppe Sie Beamtenanwärterin oder -anwärter sind, Sie gehören auf jeden Fall zur Gruppe derer, die „den Laden hier“ am Laufen halten. Ohne Lehrer gäbe es keine Bildung, ohne Polizisten und Richter keine Ordnung, ohne eine funktionierende Verwaltung keine staatliche Daseinsfürsorge, sprich: sauberes Trinkwasser, Energie, Straßen, öffentlichen Personennahverkehr. Nicht umsonst ist der öffentliche Dienst mit knapp 4,8 Millionen Beschäftigten der größte Arbeitgeber in der BRD. Davon sind rund 2,9 Millionen Angestellte in einem Tarifvertragsverhältnis und rund 1,7 Millionen Beamtinnen und Beamte; dazu kommen 170 000 Berufs- bzw. Zeitsoldaten.

Bild zeigt junge Menschen bei der Arbeit ver.di :.

Die Qualität der Ausbildung lässt zu wünschen übrig
Leider lässt die Qualität des Vorbereitungsdienstes, also der Ausbildungszeit, zu wünschen übrig. Die Verzahnung von Theorie und Praxis ist oft unzureichend. Das zeigt sich etwa, wenn Sie im Unterricht an der Fachhochschule, dem Studieninstitut oder einer sonstigen schulischen Einrichtung ein bestimmtes Thema behandeln, es anschließend in der Praxis aber nicht vertiefen können. Oder wenn die Theorie gleich ganz an der Praxis vorbeigeht und die vermittelten Inhalte Sie gar nicht betreffen. Erschwerend kommt hinzu, dass auch in den Ämtern, Behörden und Agenturen Mangel an guten Ausbilderinnen und Ausbildern herrscht.

Generell fehlt es bei Beamtenanwärterinnen und -anwärtern an Dingen, die üblicherweise bei Auszubildenden klar geregelt sind. Zum Beispiel Lernmittelfreiheit: Wer kommt für die Bücher auf, die im Unterricht benötigt werden? Fachbücher werden vom Dienstherrn oft nicht komplett bezahlt oder nur leihweise zur Verfügung gestellt. Das mag zunächst nicht dramatisch klingen, aber angesichts des geringen Anwärtergrundbetrags (in den Besoldungsgruppen A2–A4 in Berlin aktuell 982,89 Euro) fallen mehrere Bücher schon ins Gewicht. Und mal ehrlich, Gesetzestexte, in denen man keine Markierungen und Verweise anbringen darf, bringen für die Prüfung auch nicht viel. Die Frage, ob ein kostenfreies ÖPNV-Ticket zur Verfügung gestellt wird, ist ebenfalls nicht unerheblich.

Mehr dazu unter https://wir-sind-es-wert.verdi.de/beamtenanwaerter.