Beamtenpolitik

Strategiekongress Demografie der Bundesregierung

„Wohlstand für alle Generationen“ - Strategiekongress Demografie der Bundesregierung unter Beteiligung ver.dis

Im Berliner Palais am Funkturm fand am 22.09.15 der Strategiekongress Demografie "Wohlstand für alle Generationen?" der Bundesregierung statt.

Insgesamt 500 Teilnehmer, darunter Bundesminister, Parlamentarische Staatssekretäre und Bundestagabgeordnete, Spitzenvertreter der Sozialverbände, Wissenschaftler und Bürger, waren der Einladung von Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière gefolgt und diskutierten auf dem Podium oder im Rahmen von Workshops gemeinsam über die Chancen der Gestaltung des demografischen Wandels sowie konkrete Maßnahmen.

In seiner Eröffnungsrede ging der Minister zunächst ausführlich auf das Thema Zuwanderung ein und griff damit die in der Presseöffentlichkeit häufig kontrovers diskutierten Wechselwirkungen der dramatisch angestiegenen Flüchtlingszahlen für die demografische Entwicklung in unserem Land auf.

Podiumsdebatte ver.di Podiumsdebatte

"Wir brauchen Zuwanderung in unserem Land. Die Menschen, die zu uns kommen und auf Dauer hier bleiben, sollen auch ein Teil unseres Landes werden - bis hin zur Staatsbürgerschaft", betonte de Maizière. "Wir können und sollten unsere Demografiepolitik [allerdings] nicht auf den Zuzug von Flüchtlingen oder politisch verfolgten Menschen aufbauen - das würde an dem Kern der Aufgaben, die wir jetzt und in nächster Zeit zu bewältigen haben, vorbeigehen", schränkte der Minister ein und fand damit klare Worte gegenüber jenen, die die derzeitigen Migrationsströme als neuen Teil der Lösung von Deutschlands demografischen Problemen betrachten.

Eingedenk der zu niedrigen Geburtenrate in Deutschland warb de Maizière in seiner Rede dafür, neben der Auseinandersetzung mit wichtigen Themen wie der Schaffung von Betreuungsangeboten für Kinder oder einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch eine gesellschaftliche Debatte über die "Einstellung der Elternschaft in unserem Land" zu führen.

Wir müssen darüber diskutieren, "den Eltern den Druck zu nehmen [und] die Hürde zu senken [für die Entscheidung], Kinder zu bekommen". Die Entscheidung für oder gegen ein Kind müsse auch weiter eine "persönliche Entscheidung" bleiben, so der Minister weiter, allerdings sollten wir "Eltern ermutigen, nicht so perfekt zu sein in ihren Ansprüchen und mit ihren Wünschen". Kinder zu kriegen, sei schließlich eine "Entscheidung in eine offene Zukunft" und "keine bedrohende oder angstmachende Perspektive", bekräftigte de Maizière.

In einer sich anschließenden Gesprächsrunde mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Günter Krings zur Demografieproblematik betonte Klaus Weber für verdi die zentrale Bedeutung von Bildung bei den anstehenden Anpassungsprozessen bei Generation- und Integrationsfragen. Bei solch gravierenden Veränderungen seien - jenseits passgenauer Bildungsgänge - Lern- und Anstrengungsbereitschaft der Generalschlüssel für deren individuelle und kollektive Bewältigung.  

Für ihn muss aber auch die Attraktivität einer Tätigkeit im öffentlichen Dienst durch flankierende Maßnahmen wie Lebensarbeitszeitkonten, mobiles Arbeiten und einer Reduzierung von Belastungen sichergestellt werden. „Eine zukunftsweisende und verantwortliche Personalpolitik des öffentlichen Dienstes orientiert sich an den Wünschen und Fähigkeiten seiner Beschäftigten“, unterstrich Weber.