Besoldungsrunde 2014

Interview mit Klaus Weber, Bundesbeamtensekretär von ver.di

Interview mit Klaus Weber, Bundesbeamtensekretär von ver.di

Klaus Weber, Bundesbeamtensekretär ver.di R. Keller Klaus Weber

Warum fordert ver.di mehr Geld und kürzere Wochenarbeitszeiten im Beamtenbereich?

K. Weber: Die Befragung unserer Mitglieder zeigt, dass mehr Geld aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten erforderlich ist;  ebenso erwarten viele Beamtinnen und Beamte kürzere Arbeitszeiten, damit sich die Arbeitsbelastung reduziert.

Was muss geschehen, damit eine Arbeitszeitverkürzung zur Entlastung führt?

K. Weber: Eine kürzere Wochenarbeitszeit muss mit dem Aufbau von Personal einhergehen. Nur dann macht sich eine verbesserte Arbeitssituation bemerkbar. Viele Beschäftigte sind an die Grenzen ihrer Arbeitsfähigkeit gekommen. Die neusten Zahlen über den Krankenstand beim Bund verdeutlichen dies. Wir befürchten schlechtere Arbeitsergebnisse und eine erneut steigende Anzahl der Dienstunfähigkeit.

Mehr Geld und kürzere Arbeitszeiten. Das stößt doch bestimmt auf erhebliche Widerstände beim Dienstherrn?

K. Weber: Damit ist zu rechnen! Die im Vergleich zu den Tarifbeschäftigten um zwei Stunden längere Wochenarbeitszeit wurde einfach verordnet. Wir erwarten vom Bundesinnenministerium mindestens die Bereitschaft, mit uns über kürzere Arbeitszeiten zu beraten. Sollte der Weg zu verminderten  Arbeitszeiten nur über eine geringere Anpassung bei der Besoldung führen, dann werden wir dies innerhalb von ver.di mit unseren Mitgliedern abwägen und entscheiden.

Was erwartet ver.di von den Beamtinnen und Beamten in dieser Besoldungsrunde?

K. Weber: Wer ein gutes Ergebnis will, der muss sich auch engagieren. Wir erwarten eine Beteiligung an Demonstrationen und Kundgebungen. ver.di ist eine Gemeinschaft, wir können gemeinsam erfolgreich sein, wenn mehr Menschen sich uns anschließen.