Besoldungsrunde 2017

Besoldung nicht auswürfeln!

Besoldung nicht auswürfeln!

ver.di-Beamtinnen und Beamte demonstrieren vor der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) in Berlin

Nachdem die ver.di-Besoldungswürfel durch die Länder gerollt sind trafen sie heute in Berlin ein, wo die Regierungschefinnen und -chefs aller Länder zu einer gemeinsamen Konferenz zusammenkamen. Der MPK-Vorsitzende nahm eine Resolution der versammelten Landes- und Kommunalbeamtinnen und -beamten entgegen.

Bild zeigt große Würfel vor dem Bundesrat. ver.di / Danny Prusseit Aktion - Besoldung nicht auswürfeln!

Eine Wand aus Würfeln sprang den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder ins Auge, als sie heute den Eingang zum Gebäude des Bundesrates passierten. 16 Mal leuchtete weiß auf rot die Botschaft „Besoldung nicht auswürfeln!“ mit Namen und Wappen jedes Landes. Davor hatten sich Beamtinnen und Beamte aus allen Ländern und aus verschiedensten Berufsgruppen postiert: Feuerwehr und Justizvollzug waren an ihren Uniformen erkennbar, mittendrin standen Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Verwaltungsbereichen und mit den Fahnen der Länder.

Der weite Weg vom Saarland nach Berlin hat Hans-Joachim Kullmann nicht abgeschreckt: „Die Politik braucht klare Signale, dass sich die Beamtinnen und Beamten nicht von der Lohnentwicklung abkoppeln lassen“. Auch für Petra Stelzer, Justizbeamtin aus Baden-Württemberg hat sich die Aktion gelohnt: „Föderalismus hin oder her: Wir stehen solidarisch für gute Besoldung in allen Ländern. Das haben wir heute gemeinsam gezeigt“. Die Feststellung, dass Beamtinnen und Beamte einen Knochenjob machen, ist Mario Kraatz wichtig, der bei der Feuerwehr in Hannover arbeitet: „Schicht- und Bereitschaftsdienste rund um die Uhr sind eine hohe Belastung. Wir haben uns die Besoldungsanpassung verdient!“ Das bestätigt Mathias Schrade, Beamter bei der Stadtverwaltung Hannover und Mitglied der ver.di-Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst: „ver.di verhandelt gemeinsam für Tarifbeschäftigte und Beamtinnen und Beamte. Die Besoldung muss der Tarifentwicklung folgen. Die Arbeit der Beamtinnen und Beamten ist genauso wichtig und herausfordernd, wie die der Tarifbeschäftigten.“ Martina Kirstan, Sozialarbeiterin aus Berlin, weist darauf hin, dass die Besoldung in der Bundeshauptstadt niedriger ist, als in allen anderen Ländern: „Bei uns besteht klarer Nachholbedarf!“

Ministerpräsident Erwin Sellering (Mecklenburg-Vorpommern), Vorsitzender der Konferenz nahm eine Resolution der Beamtinnen und Beamten entgegen und versicherte, er werde die Botschaft an alle Regierungschefinnen und -chefs weitergeben. Für sein Land stehe er dazu, die Tarifanpassung übertragen zu wollen – was dies im Einzelnen heiße, müsse man in den Ländern erörtern.

Für die Beamtinnen und Beamten in ver.di heißt das: Die Besoldungsanpassungen müssen verhandelt und vereinbart werden. Das ist die zentrale Botschaft von „Besoldung nicht auswürfeln!“. ver.di fordert für seine verbeamteten Mitglieder:

  • eine Anhebung der Besoldung um 2 Prozent, mindestens aber 75 Euro rückwirkend zum 1. Januar 2017,
  • eine weitere Anhebung der Besoldung um 2,35 Prozent zum 1. Januar 2018 sowie
  • eine Übertragung auch struktureller Verbesserungen im Volumen bspw. durch Zuführung an die Versorgungsrücklage unter Verzicht auf die Kürzung der Besoldungsanpassung oder als Regelung zur Sonderzahlung.