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Perspektive ÖD zur Digitalisierung von Staat und Verwaltung

Tagungsbericht

Gelungener Start: Perspektive ÖD zur Digitalisierung von Staat und Verwaltung

Mit gut 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fand am 6. und 7. September erstmals die neue ver.di-Fachtagung für Führungskräfte im öffentlichen Dienst „Perspektive ÖD“ statt. Der Zusammenhang von Digitalisierung und Zentralisierung und die Herausforderungen für Führungskräfte durch Arbeit 4.0 im öffentlichen Dienst wurden intensiv diskutiert. Neben den Referaten der prominenten Gäste kam auch das Umweltform Berlin als Veranstaltungsort gut an.

Perspektive öffentlicher Dienst 2018 Kay Herschelmann Perspektive öffentlicher Dienst 2018

Unter dem Titel „Führungsverantwortung im öffentlichen Dienst 4.0 - Digitalisierung und Zentralisierung als Herausforderung“ fand am 6. und 7. September erstmals die neue ver.di-Fachtagung „Perspektive Öffentlicher Dienst“ statt. Das Nachfolgeformat des Potsdamer Forums ist als jährliche Veranstaltungsreihe geplant. Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren durchweg positiv - die Premiere darf als gelungen gelten.

Zentralisierung und Digitalisierung Thema im Auftakt
Der Zusammenhang von Zentralisierung, Digitalisierung und Arbeit 4.0 stand im Mittelpunkt des Auftakts. „Digitalisierung mitgestalten“ lautete der Titel des Eröffnungsvortrags des ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske. Leibniz-Preisträger Prof. Christoph Möllers von der Humboldt-Universität Berlin widmete sich dem Thema „Auf dem Weg in den Zentralstaat? – Digitalisierung und Zentralisierung als Trend“. Die gemeinsamen Vorhaben des Bundes und der Länder, aber auch die unterschiedlichen Sichtweisen zu „Verwaltung 4.0: Bund und Länder auf dem Weg in die digitale öffentliche Verwaltung“ schilderten Staatssekretär Klaus Vitt (BMI) und Staatsrat Henning Lühr (Bremen). Wie das Onlinezugangsgesetz des Bundes umgesetzt werden soll, stand dabei im Mittelpunkt.

Führungsverantwortung 4.0: Lebhafte Diskussionen in den Workshops
Intensiv diskutiert wurde in den Workshops: Wie sich Arbeit und Führungsverantwortung in digitalen Prozessen verändern, referierten und debattierten am ersten Veranstaltungstag der Präsident des Landgerichts Darmstadt Dr. Ralf Köbler und der CEO der DETECON Consulting, Prof. Dr. Heinrich Arnold. Welche Fachkräfte der öffentliche Dienst im digitalen Wandel braucht und wie sie qualifiziert sein müssen, erörterten parallel Peter Batt, Leiter der Abteilung DG im BMI und Volker Wiedemann, Leiter des Personalamtes der Freien und Hansestadt Hamburg mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops.

Auch am Folgetag wurde lebhaft debattiert: Im Praxisworkshop zum Projekt „Führung in der digitalisierten öffentlichen Verwaltung“ wurden von Doreen Molnár vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie von Cornelia Rieke von wmp consult aufgezeigt, wie durch das experimentelle Erproben neuer Formen von Zusammenarbeit, Führung und Beteiligung den Herausforderungen der Digitalisierung in der Verwaltung Rechnung getragen wird. Die Initiative Neue Qualität der Arbeit unterstützt und fördert das Erproben solcher neuen Ansätze, die beispielhaft von Torsten Stüdemann, Bereichsleiter Schule in Hannover sowie von Frank Nerz Leiter des Amtes für Soziale Dienste in Bremen präsentiert und diskutiert wurden.
Welchen Herausforderungen der öffentliche Dienst in der Datensicherheit gegenübersteht und welche Verantwortung für öffentliche und private Daten er trägt, stellten Matthias Kammer, Direktor Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet und Barbara Thiel, Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen dar. Die Folgen der Digitalisierung für das behördliche Gesundheitsmanagement wurde mit viel Leidenschaft durch Annette Schlipphak vom ärztlichen und sozialen Dienst der obersten Bundesbehörden beim BMI und Claudia Schröer von der Deutschen Rentenversicherung Bund vorgestellt und mit dem engagierten Publikum diskutiert.

Im Talk: Verwaltung im (Portal)Verbund und die Rolle der Beschäftigten
Dr. Frank Nägele, Staatssekretär für Verwaltungs- und Infrastrukturmodernisierung/Wachsende Stadt aus Berlin und ver.di-Vorstand Wolfgang Pieper diskutierten mit dem Plenum, wie das Zusammenwirken von Bund und Länder praktisch funktionieren solle und wie die Beschäftigten dabei einbezogen werden könnten und müssten. Piepers Position, Digitalisierungsprozesse tarifvertraglich und durch eine verbesserte Mitbestimmung zu begleiten, bekam dabei die Zustimmung des Publikums.

Gute Stimmung am Abend – Fortsetzung 2019
Der Donnerstagabend wurde bei gutem Wetter, angenehmen Temperaturen, Speisen und Getränken auf der Terrasse des Umweltforums dazu genutzt, sich unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auszutauschen, Netzwerke zu pflegen, zu erweitern und sich im Gespräch über Themen aus dem öffentlichen Dienst und der Politik auszutauschen.

Das ver.di-Team fragte dabei auch, wie das neue Format ankommt. Nach Rückmeldung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Gut. Das Umweltforum hat sich als Tagungsort bewährt und wird deshalb voraussichtlich auch im kommenden Jahr der Perspektive ÖD Raum für Vorträge und Diskussion bieten. Termin und Thema werden bald bekannt gegeben.

Weitere Bilder der Veranstaltung finden Sie unter https://perspektive-oed.verdi.de/tagungsberichte.