Besoldung

DGB veröffentlicht Besoldungsreport 2021

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DGB veröffentlicht Besoldungsreport 2021

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11,5 % oder 3.870,- EUR – so gewaltig ist der Abstand zwischen der Bruttojahresbesoldung in der Eingangsstufe der Besoldungsgruppe A7* in Bayern als Primus und dem Saarland als Schlusslicht in der Statistik. In der Endstufe beträgt er immerhin noch 6,7 % bzw. 2.676,- EUR.

Diese Zahlen stammen aus dem am gestrigen Internationalen Tag des öffentlichen Dienstes veröffentlichten DGB Besoldungsreport 2021. Sie verdeutlichen vor allem die noch immer bestehende Diskrepanz bei der Besoldung von Beamt*innen in den einzelnen Bundesländern.

Gleicher Dienst - weniger Geld

In den vergangenen Jahren kam - nicht zuletzt aufgrund der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur amtsangemessenen Alimentation - Bewegung in die Besoldungspolitik der Länder. Wenngleich die Besoldung in allen Bundesländern stetig erhöht wurde, sind die Unterschiede in der Besoldungshöhe zum Teil noch immer gravierend. Für Beamt*innen in den Bundesländern mit geringer Besoldung bedeutet dies, dass sie den gleichen Dienst leisten wie ihre Kolleg*innen in den besser zahlenden Ländern, hierfür aber am Ende deutlich weniger Geld in der Tasche haben. Dies führt unweigerlich zu einer Abwanderung der gut qualifizierten Kräfte in andere Bundesländer und verstärkt die mangels Bewerber*innen ohnehin schon in vielen Bereichen schwierige Besetzung von Stellen im öffentlichen Dienst.

Auswirkungen einer höheren Wochenarbeitszeit

Interessant ist auch, wie sich die unterschiedlichen Wochenarbeitszeiten in den Bundesländern auf die Besoldung auswirken. Während in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein sowie im Bund die Beamt*innen 41 Stunden pro Woche Dienst leisten müssen, sind es in den übrigen Ländern nur 40 Wochenarbeitsstunden. Gewichtet man die Besoldung der betroffenen Länder und des Bundes indes auf 40 Wochenarbeitsstunden, zeigt sich, dass diese bis auf wenigen Ausnahmen in der unteren Hälfte der Besoldungsstatistik landen. Kurzum: Eine Stunde Dienst mehr pro Woche führt dazu, dass die betroffenen Beamt*innen nicht nur bei der Arbeitszeit, sondern auch bei der Besoldung zum Teil gegenüber ihren Kolleg*innen benachteiligt sind. ver.di fordert deshalb schon lange eine beschäftigungsfreundliche Arbeitszeitgestaltung im öffentlichen Dienst.

Durch den Report hat sich zudem wieder gezeigt: Die Besoldungserhöhungen folgen den Tarifabschlüssen aus den Tarifrunden Bund/Kommunen und Länder. Deshalb jetzt Mitglied bei ver.di werden und gemeinsam mit den Tarifbeschäftigten für faire Löhne und Besoldung kämpfen. Informationen zur aktuellen Tarif- und Besoldungsrunde der Länder 2021 finden sich hier.

Der gesamte DGB Besoldungsreport 2021 kann hier abgerufen werden.

*Summe aus jährlichem Grundgehalt Eingangsstufe, allgemeiner Stellenzulage/Strukturzulage, Sonderzahlung; eigene Berechnungen DGB BVV, Abt. OEB. Stand: Juni 2021. Quelle: DGB I CC BY-ND 4.0